Nachbericht: 2. Fokusveranstaltung für “Umweltschutz”

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Sönke Burkert (Hilfswerft) bei Frieslands Helden der Heimat
Sönke Burkert (Hilfswerft) moderiert die Veranstaltung vor vollem Haus

Am 20. April haben wir zur 2. Fokusveranstaltung von „Frieslands Helden der Heimat“ geladen – und alle kamen zahlreich. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir im Nationalpark-Haus Dangast knapp 50 Gäste und Akteur*innen begrüßen, die sich am Wettbewerb beteiligen, ehrenamtlich engagiert sind oder zum Thema Umweltschutz neue Impulse erfahren wollten. Das Nationalpark-Haus wurde als Veranstaltungsort passend zum Thema Umweltschutz gewählt. Hier wurden wir herzlich empfangen und das gesamte Team war ein toller Gastgeber. Auf unserer Agenda standen Themen und Impulse aus der Kategorie Umweltschutz. Sönke Burkert von der Hilfswerft gab zu Beginn einen Überblick der Projekte, die sich in dieser Kategorie bereits beworben haben.

 

 

 

 

„Hier ist noch jede Menge Luft nach oben, also liebe Projektteams und Umwelt-Initiativen, bewerbt Euch und sichert Euch Sichtbarkeit, Werbung, Partner und Preisgelder für Euer Projekt“ – Sönke Burkert

Das haben die Jungs von „Dein Deichrad“ bereits gemacht, die sich als eines der ersten Projekte beim Wettbewerb beworben haben. Weitere Projekte wie die „Mitfahrerbank Varel“,Offshore-Wind INSCHOOL“, „Überflutungsmodell: Südfrieslands Küste 2121“ und auch „Varel – Stadt der Alleen“ sind bereits im Rennen und waren teilweise mit ihren Vertretern vor Ort. Diese Gelegenheit wurde intensiv genutzt, um nochmal persönlich in den Austausch zu gehen und über die weitere Projektplanung zu sprechen.

Der Nachmittag wurde mit 2 vorbildhaften Impulsvorträgen eröffnet.

Claudia Kay bei Frieslands Helden der Heimat
Claudia Kay spricht über Lebensmittelverschwendung und ihr Projekt „Wirf mich nicht weg“

Claudia Kay vom Umweltzentrum Hollen informierte die Besucher zunächst über ihre Initiative „Wirf mich nicht weg!“. Am Vortag wurde ihr Team noch für dieses Projekt in Berlin mit dem Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung in der Kategorie Gesellschaft und Bildung ausgezeichnet. „Der Wettbewerb ist ein toller Ansporn für die Projekte in der Region. Auch kleine Projekte können damit ganz groß herauskommen und zeigen, wie engagiert das Südliche Friesland ist“, so fordert Claudia das Publikum zum Mitmachen auf. Mit ungeschönten Fakten öffnete uns die Ökotrophologin die Augen: Jedes achte Lebensmittel, das wir einkaufen, werfen wir weg. Viele davon originalverpackt und ungenutzt. Wir kaufen zu viel ein, lagern unsere Lebensmittel falsch, verwerten Reste nicht weiter. Das hat Folgen für uns und für die Umwelt. Claudia hatte anschauliche Empfehlungen für den Alltag dabei: Schon beim Einkauf kann das Wegwerfen von Lebensmitteln vermieden werden. Ein Trick ist es, wirklich nur die Portionsgrößen zu kaufen, die man benötigt. Großpackungen sind zwar günstiger, jedoch nicht, wenn die Hälfte im Müll landet. Am Ende sensibilisiert sie nochmal das Publikum:

 

 

“Verderben Lebensmittel, weil wir sie nicht verbraucht haben, landet unser Geld im Mülleimer!” – Claudia Kay

Stefan Bedrien bei Frieslands Helden der Heimat
Stefan Bendrien verfolgt mit Pro-BürgerBus-Niedersachsen einen innovativen Lösungsansatz für Mobilität im ländlichen Raum

Anschließend stellte Stefan Bendrien den Verein „Pro Bürgerbus Niedersachsen“ vor. Mit der Idee, die Mobilität im ländlichen Raum zu verbessern und alternative Angebotsformen zu schaffen, entspricht er mit seiner Initiative bereits dem Inhalt des neuen Koalitionsvertrags. „Pro Bürgerbus“ sucht nach innovativen Lösungsansätzen und vertritt die Idee: Bürger fahren für Bürger. Bürgerbusse sind vorrangig dort zu finden, wo herkömmlicher öffentlicher Personennahverkehr nicht oder nur mehr unzureichend angeboten wird. Ein Bürgerbus soll daher das ÖPNV-Angebot in der Region ergänzen, nicht ersetzen! Stefan erzählte, dass die aktiven Bürgerbus-Vereine vom Buskauf bis zur Fahrplan-Erstellung ehrenamtliche Arbeit leisten. Und so sieht das konkret aus: ein Bürgerbus ist ein Kleinbus mit max. 8 Fahrgastsitzplätzen und sollte barrierefrei sein. Er kann mit einem normalen Pkw-Führerschein und einer Personenbeförderungserlaubnis gefahren werden. Ein Bürgerbus verkehrt auf Konzession eines Verkehrsunternehmens als sogenannter Linienverkehr, bedient eine feste Fahrstrecke nach einem festen Fahrplan und wird von ehrenamtlich tätigen Bürger*innen organisiert. Die Bürgerbusvereine arbeiten selbständig und benötigen ein lokales Verkehrsunternehmen als Partner. Unterhalten werden Bürgerbusse durch Förderungen, Zuschüsse, Sponsoren, Werbepartner und Fahrgeldeinnahmen. Für Stefan und die Idee Bürgerbus ist es ein erklärtes Ziel, dass man diese Initiative in viele weitere Regionen trägt und verbreitet. Dazu hat er eingeladen und aufgerufen und steht mit Beratung und Erfahrung gerne zur Seite.

In den nachfolgenden praxisnahen Intensiv-Workshops, lernten die Gäste viel Neues für die eigene Projektarbeit.

Michael Pelzl bei Frieslands Helden der Heimat
Michael Pelzl im interaktiven Austausch: Teilnehmende des Workshops zum Thema Förderprogramme für nachhaltige Projekte

Michael Pelzl, Social Business Angel der Hilfswerft und Geschäftsführer von Pelzl Beratung & Umsetzung, bearbeitete in seinem Workshop das Thema „Die Förderkulisse für nachhaltige Initiativen – Praxis-Tipps für die Projektförderung“. Er beschrieb uns in seinem Workshop, welche Programme angeboten werden, wie man an Fördermittel gelangt, welche Zuwendungsvoraussetzungen erfüllt werden müssen und welche Projekte Antragsberechtigt sind. Mit diesen Infos, starteten wir die Gruppenarbeit. Am Praxisbeispiel „Kurze Wege für den Klimaschutz“, ein Förderprogramm der Nationalen Klimaschutzinitiative, wurden wir angeleitet an einem eigenen Fördermittelantrag für ein konkretes Projekt selbständig zu arbeiten. Wir diskutierten intensiv anhand der Projektskizze, besprachen Risiken und Chancen und erarbeiteten auch Lösungsansätze. Mit diesem Praxisbeispiel wurden Hemmschwellen abgebaut und Michael motivierte uns dazu, unsere eigenen Projekte auch einmal für das Programm „Kurze Weg für den Klimaschutz“ oder eine andere Förderung einzureichen.

Gesche Gruwe bei Frieslands Helden der Heimat
Gesche Gruwe (Nationalpark-Haus Dangast) im Workshop „Digitale Werkzeuge für Frieslands Helden“

Gesche Gruwe und Pascal Heynmöller vom Team des Nationalpark-Hauses Dangast sprachen in ihrem Workshop über „Digitale Werkzeuge in der Projektumsetzung: App-Anwendungen, Multiplikatoren, interaktive Berichterstattungen am Beispiel Plastikmüll im Südlichen Friesland“. Gesche und Pascal demonstrierten anhand verschiedener Apps, welche Möglichkeiten und Plattformen es gibt, die man für sein eigenes Projekt nutzen kann. So zum Beispiel die App ToxFox vom BUND – ein Produktcheck, der Verbraucher*innen hilft, Kosmetik- und Kinderartikel auf unsichtbare, aber gefährliche Schadstoffe zu prüfen. Das haben wir direkt getestet und waren erstaunt über die ungeschönten Ergebnisse. In der Datenbank bei ToxFox werden alle Schadstoff-Infos gesammelt und an die Hersteller zurückgespielt um diese zum Handeln aufzurufen. Auch eine App zur Zählung des Plastikmülls am Strand wurde vorgestellt. Mit Marine LitterWatch von der Europäischen Umweltagentur gibt es eine App, mit der man Müll am Meer registrieren kann. Egal wo man ist, kann man seine „Funde“ melden. In der App wird der Müll nach bestimmten Kategorien erfasst (z. B. Zigaretten, Plastik, Flaschen, Fischereizubehör etc.) und muss geographisch in einer Karte eingegeben werden. So werden Berichte erstellt und Daten erzeugt, die regional die Müllbestände der Meere erfassen. Wir haben also anschaulich gelernt, welche digitalen Möglichkeiten man für sein eigenes Projekt nutzen kann ohne selbst eine App programmieren zu müssen.

In der abschließenden Paneldiskussion gab es einen Austausch aller Experten zum Thema Umweltschutz und Potenziale im Südlichen Friesland. Das Publikum beteiligte sich mit Fragen und Anregungen und war am Förderprogramm der Bartel-Stiftung interessiert. Auch Fragen zum Wettbewerb, dessen Nominierungsphase am 30.4. endet, konnten gestellt werden.

Beim Ausklang mit leckeren Snacks und herrlichen Temperaturen nutzen die Teilnehmenden die Chance sich auszutauschen und zu vernetzen. Besonders gut gefallen hat „das Netzwerken mit anderen, neue Kontakte knüpfen und der offene Austausch“, so das positive Feedback eines Teilnehmers.

 

„Guter Inhalt“

„viele Kontakte und interessante Personen getroffen“

„ich hätte gerne beide Workshops besucht“

„Veranstaltung war gut geplant“

„produktive Kontakte, gute Atmosphäre, positive Stimmung“

„Zeitrahmen anpassen, strammer gestalten“

„Inhalte der Workshops eindeutiger benennen“

„offener Austausch“

„habe viel mitgenommen“

„warum ein Workshop zum Umgang mit Apps in diesem Kontext“

„hat sehr viel Spaß gemacht“

„alle waren sehr interessiert und aufgeschlossen“

– Stimmen aus dem Publikum

 

„Auf engagierte und motivierte Menschen zu treffen wie hier in Dangast bei Frieslands Helden der Heimat, ist immer wieder eine besonders große Freude für mich: Ein tolles Organisationsteam von der Hilfswerft, die sympathische und bemerkenswerte Barthel-Stiftung mit ihrem ausgelobten Wettbewerb und die vielen interessierten Teilnehmenden haben zu einer rundum gelungenen Veranstaltung gesorgt. Gerne mehr davon in unserer Republik!“ – Michael Pelzl

 

Ausblick: So geht es weiter mit „Helden der Heimat“:

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich bis zum 15. Mai 2018 mit dem eigenen Projekt noch für den Wettbewerb bewerben. Alle Infos und die Möglichkeit zur Bewerbung für den Wettbewerb unter http://www.frieslands-helden.de.